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Luftbild des Monats Juni

Luftbildaufnahme Solnhofen

Das Wort Lithographie stammt aus dem Griechischen und steht für lithos = Stein und graphein = zeichnen. Die Technik wird auch Steindruck oder chemischer Druck genannt. Erfinder der Lithographie ist Alois Senefelder (1771-1834).

Das Lithographie-Verfahren funktioniert nach dem Prinzip der Abstoßung von Fett und Wasser: Nachdem der Stein chemisch für den Druck vorbereitet wurde, wird die Zeichnung seitenverkehrt mit Fettkreide oder Fetttusche aufgebracht. Anschließend wird das Papier auf die Oberfläche gelegt und unter starkem Druck ein Abbild erzeugt. Senefelder entdeckte die Lithographie ursprünglich für künstlerische Zwecke. Schließlich wurde es zum Glücksfall für die Kartografie in der Bayerischen Vermessungsverwaltung.

Denn gegenüber anderen Drucktechniken hat die Lithographie den Vorteil, dass nachträgliche Änderungen direkt auf den Stein gezeichnet werden können, z.B. Veränderungen von Grundstücksgrößen. Zudem war sie wesentlich günstiger als das bis dahin angewendete Kupferstichverfahren. Die Bayerische Vermessungsverwaltung setzte die Lithographie von 1809 bis ins Jahr 1965 zur Vervielfältigung und Fortführung von Karten und Plänen ein.

Am Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) in München erinnert die Druckhistorische Werkstätte an die erste – am 10. Juni 1808 als "Lithographische Anstalt" eingerichtete – Druckerei des heutigen LDBV. Im Keller des Landesamtes befindet sich die weltweit einzigartige Steinbibliothek mit 26637 Steinplatten.

Das nötige Steinmaterial wurde im bayerischen Solnhofen im Altmühltal gewonnen. Die Abbauflächen der Solnhofener Kalksteinplatten sind im Luftbild von 2020 gut zu erkennen.


Mehr zu den Ausstellungen am LDBV: https://www.ldbv.bayern.de/aktuell/galerie/heimat.html



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